Du planst deinen ersten Camping-Trip und stehst vor einer einfachen Frage: Soll ich die Ausrüstung kaufen oder erst einmal mieten? Die Antwort hängt von einem einzigen Faktor ab – wie oft du campen wirst.
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Das Wichtigste in Kürze
- Wer einmal pro Jahr oder seltener campt: Mieten lohnt sich oder Einstiegsausrüstung kaufen
- Wer zwei oder mehr Mal pro Jahr campt: Kaufen rechnet sich ab dem zweiten Urlaub
- Ein solides Einsteiger-Set (Zelt, Schlafsack, Matte) kostet zwischen 200 und 400 Euro
- Mieten kostet je nach Anbieter 40–120 Euro pro Tag für ein Grundset
- Gebraucht kaufen ist eine unterschätzte Lösung – vor allem bei Zelten
Kaufen oder mieten: Die Entscheidung in drei Schritten
Schritt 1: Wie oft wirst du campen?
Das ist die Schlüsselfrage. Wenn du dir heute nicht sicher bist, ob Camping etwas für dich ist – dann miete erst einmal. Ein Wochenend-Mietset kostet 80–150 Euro. Das ist günstiger als ein Zelt für 300 Euro, das nach einem Ausflug ungenutzt im Keller steht.

Wenn du aber weißt, dass du camping liebst oder es zumindest ernsthaft ausprobieren willst: Kaufe direkt. Schon nach zwei Wochenend-Trips amortisiert sich ein Einsteiger-Set.
Schritt 2: Welche Ausrüstung brauchst du?
Nicht alles musst du kaufen – und nicht alles solltest du mieten. Es gibt eine sinnvolle Aufteilung:
| Ausrüstungstyp | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Zelt | Kaufen | Zelte sind langlebig, persönlich, und Mietqualität oft schlecht |
| Schlafsack | Kaufen | Hygiene, Passform, Komfort – sehr persönlich |
| Isomatte | Kaufen | Günstig, leicht, kein Mehrwert beim Mieten |
| Campingkocher | Kaufen oder leihen | Günstig kaufbar, aber leihen OK für Einzeltrip |
| Kühlbox (Passiv) | Kaufen | Günstig, nützlich auch im Alltag |
| Kompressor-Kühlbox | Leihen oder später kaufen | Teuer in der Anschaffung – erst kaufen wenn wirklich regelmäßig genutzt |
Schritt 3: Was ist dein Budget?
Ein Einsteiger-Set von Grund auf neu gekauft kostet je nach Qualitätsniveau:
- Budget (unter 250 €): Zelt für 1–2 Personen, einfacher Schlafsack, Self-inflate-Matte, Campingkocher. Reicht für Sommertouren bis ca. 8 °C Nacht-Temperatur.
- Mittelklasse (250–500 €): Familienzelt oder Trekkingzelt mit besserer Wassersäule (4.000+ mm), Schlafsack mit Komfort 5 °C, komfortable Matte.
- Qualitäts-Einsteiger (500–800 €): Hochwertiges Zelt mit Aluminium-Gestänge, guter Daunenschlafsack, dicke Schlafmatte. Hält viele Jahre.
Campingausrüstung kaufen: Vor- und Nachteile
Vorteile
Du kannst wählen, was wirklich zu dir passt. Mietstationen bieten nur Standardmodelle. Wenn du weißt, dass du ein Tunnelzelt für drei Personen mit separatem Wohnraum brauchst, bekommst du das nicht immer als Mietausrüstung.

Langfristig günstiger. Ein gutes Zelt hält 10–15 Jahre. Kaufpreis 350 Euro – auf 20 Ausflüge gerechnet sind das 17,50 Euro pro Ausflug. Deutlich günstiger als jede Miete.
Immer verfügbar und vertraut. Du kennst dein Zelt, weißt wie es aufgebaut wird, weißt wo welches Zubehör liegt. Das spart am Campingplatz Nerven.
Du kannst sie verbessern. Schlafsack zu kalt? Du kaufst einen besseren. Zelt zu klein? Du weißt, was du beim nächsten brauchst. Eigene Ausrüstung wächst mit dir.
Nachteile
Höherer Anfangspreis. Du zahlst alles auf einmal. Das schmerzt, vor allem wenn du dir noch nicht sicher bist, ob du regelmäßig campen wirst.
Transport und Lagerung. Ausrüstung braucht Platz – im Auto und zuhause. Wer ein kleines Auto oder eine kleine Wohnung hat, sollte das bedenken.
Campingausrüstung mieten: Wann es sich lohnt
Mieten macht in diesen Situationen Sinn:
Erster Camping-Versuch. Du weißt nicht ob Camping etwas für dich ist. Miete ein komplettes Set für ein Wochenende (80–150 Euro bei spezialisierten Anbietern), probiere es aus, und entscheide dann.
Auslandsreise mit Flugreise. Zelte als Flug-Gepäck sind teuer und umständlich. Wenn du in Neuseeland oder Kanada campst, miete dort vor Ort.
Einmaliger Anlass. Festival, Hochzeitscamping, einmaliger Gruppentrip – wenn du wirklich nur einmal in Jahre campst, mietet es Sinn.
Spezialausrüstung testen. Du überlegst dir eine Kompressor-Kühlbox zu kaufen (400–700 Euro)? Miete sie zuerst für einen Trip. So weißt du ob du sie wirklich brauchst.
Wo mieten?
- Outdoor-Händler (Bergfreunde, Globetrotter, OutdoorXL) haben Mietprogramme für Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke
- Spezialisierte Mietplattformen wie CampingBox, RentHike oder lokale Verleihe
- Secondhand-Gruppen (Facebook, eBay Kleinanzeigen) zum kurzfristigen Ausleihen bei Bekannten – oft kostenlos
Gebraucht kaufen: Die unterschätzte dritte Option
Zwischen Neu-Kaufen und Mieten liegt eine Option, die viele übersehen: gebraucht kaufen.

Camping-Ausrüstung hat eine sehr lange Haltbarkeit. Ein Zelt, das zwei Saisons genutzt wurde, ist noch tadellos und kostet auf eBay Kleinanzeigen 30–50 % weniger als neu. Das gilt besonders für:
- Zelte: Kaum Verschleiß wenn trocken gelagert. Vor dem Kauf kurz auf dichte Nähte und Gestänge prüfen.
- Schlafsäcke: Hier bitte auf Sauberkeit achten – nur von Privatpersonen kaufen, nicht gewerblich vermietete Säcke
- Campingmöbel: Stühle, Tische, Campingkocher – kaum Qualitätsverlust nach kurzer Nutzung
💡 Tipp: eBay Kleinanzeigen + Suchbegriff „Outwell“ oder „Bergfreunde“ gibt dir oft hochwertige Markenware zu Discountpreisen.
Häufige Fragen
Was kostet ein komplettes Camping-Einsteiger-Set? Ein solides Set für zwei Personen (Zelt, zwei Schlafsäcke, Isomatten, Campingkocher, Grundgeschirr) kostet neu zwischen 300 und 500 Euro. Gebraucht deutlich weniger. Für eine vierköpfige Familie rechne mit 400–700 Euro für ein ordentliches Familien-Setup.
Wo kann ich Campingausrüstung mieten? Bergfreunde.de*, Globetrotter und spezialisierte Verleihe wie CampingBox bieten Mietprogramme an. Für einen ersten Versuch reicht auch ein lokaler Outdoor-Händler. Preise: ca. 40–80 Euro pro Tag für ein Basis-Set.
Lohnt sich ein teures Zelt wirklich? Ja – wenn du regelmäßig campst. Ein Zelt für 500 Euro mit Aluminium-Gestänge und 5.000 mm Wassersäule hält 10–15 Jahre zuverlässig. Ein Billig-Zelt für 80 Euro hält zwei bis drei Saisons, wenn du Glück hast.
Kann ich Schlafsäcke hygienisch mieten? Das ist die Schwachstelle beim Mieten. Viele Verleihe waschen Säcke zwischen Nutzungen – aber du weißt nicht immer wie gründlich. Wenn Hygiene wichtig ist (besonders bei Kindern), kaufe lieber eigene Schlafsäcke.
Fazit: Die ehrliche Empfehlung
Wenn du zum ersten Mal campst und dir nicht sicher bist: Miete für einen ersten Ausflug, dann kauf dir eigene Ausrüstung wenn du weißt dass du es liebst.
Wenn du bereits weißt, dass du campst oder campst gehen willst: Kauf direkt. Ein solides Einsteiger-Set ab 300 Euro macht dich für viele Jahre unabhängig, und du kennst deine Ausrüstung.
Und vergiss die dritte Option nicht: Gebraucht kaufen spart 30–50 % und du bekommst oft bessere Qualität als bei neuem Budget-Equipment.
Den Start in die richtige Ausrüstung findest du in unserem Camping-Ausrüstung Einsteiger-Ratgeber* – inklusive kompletter Einkaufsliste für den ersten Trip.
