Schweden ist für Camping-Fans eines der attraktivsten Ziele in Europa – nicht wegen der Campingplätze, sondern wegen dem, was Schweden einzigartig macht: dem Jedermannsrecht. In kaum einem anderen Land kannst du so frei und legal in der Natur übernachten.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links, die mit * gekennzeichnet sind. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten. Unsere Empfehlungen sind davon unabhängig: Wir empfehlen nur, was wir selbst für gut halten.
Das Wichtigste in Kürze
- Campingplätze sind gut ausgebaut und günstig – um die 20–35 €/Nacht für zwei Personen
- Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) erlaubt Wildcampen auf fast allen Flächen in Schweden – legal und kostenlos
- Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Mitte August – Temperaturen 18–25 °C, lange Tage
- Mücken sind ein ernstes Thema in Nordschweden – gutes Insektenschutzmittel ist Pflicht
- Anreise mit dem Auto + Fähre: von Kiel oder Rostock nach Trelleborg/Göteborg (11–14 Stunden)

Das Jedermannsrecht – Schweden erklärt einfach
Das Allemansrätten (Jedermannsrecht) ist das wichtigste Konzept für Camper in Schweden. Es gibt dir das Recht, sich in der Natur zu bewegen und vorübergehend zu zelten – auch auf privatem Grund, solange du Abstand zu bewohnten Gebäuden hältst und keine Schäden verursachst.
Was erlaubt ist:
- Wandern, Radfahren und Reiten auf privaten Flächen (außer Gärten, Hofbereichen)
- Zelten für eine bis zwei Nächte an einem Ort
- Feuer machen auf felsigem Grund (nicht auf trockenem Boden – Waldbrandgefahr!)
- Beeren, Pilze und Wildblumen pflücken
Was nicht erlaubt ist:
- In der Nähe von Wohnhäusern zelten
- Fahrzeuge auf privatem Gelände abstellen
- Lagerfeuer bei Trockenheit oder auf Waldboden
- Müll hinterlassen
Das Jedermannsrecht gilt nicht für Motorfahrzeuge – also kein Wildcampen mit Wohnmobil, das ist auch in Schweden nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt.
Die schönsten Regionen für Camping in Schweden
Dalarna – Schwedische Idylle im Herzen des Landes
Rote Holzhäuser am Seeufer, Elche im Morgengrauen, klare Badeseen. Dalarna ist das Postkartengesicht Schwedens – und für Familien und Paare gleichermaßen attraktiv.
Highlight: Der Siljan-See ist der größte See Dalarnas. Mehrere Campingplätze und Wildcamping-Möglichkeiten direkt am Ufer. Im Sommer bis 22 °C Wassertemperatur.
Für wen: Familien mit Kindern, alle die schwedische Natur und Kultur kombinieren wollen.
Bohuslän – Schärenküste an der Westküste
Die zerklüftete Schärenküste nördlich von Göteborg ist für Kajak-Fans, Segler und alle, die Salzluft und Felsen lieben, das beste Ziel. Viele kleine Inseln und Buchten – mit dem Kajak* erreichst du Plätze, die kein Campingplatz hat.
Highlight: Die Schäreninseln rund um Fjällbacka und Hamburgsund. Wildcampen auf vielen Inseln möglich, solange keine Bebauung vorhanden.
Für wen: Aktive Paare, Kajak-Camper, alle die Einsamkeit suchen.
Lappland – Mitternachtssonne und echte Wildnis
Wenn du wirklich weite, menschenleere Natur willst: Nordschweden und Lappland. Im Sommer Mitternachtssonne, im Herbst Nordlichter. Campingplätze sind selten – Wildcampen ist hier die Norm.
Achtung: Mücken in Nordschweden von Ende Juni bis Mitte August sind kein Spaß. Gutes Insektenschutz-Spray und ein Mückennetz am Zelt sind Pflicht.
Für wen: Erfahrene Camper, Abenteuerreisende, alle die echte Wildnis suchen.
Südschweden / Skåne – Der sanfte Einstieg
Wer zum ersten Mal mit dem Auto nach Schweden fährt, landet in Skåne (Schonen) – der südlichsten Provinz. Sanfte Landschaft, gute Infrastruktur, angenehmes Klima. Weniger spektakulär als Norden oder Westküste, aber der leichteste Einstieg.
Für wen: Schweden-Einsteiger, Familien mit wenig Zeit, Wohnmobilisten.
Praktische Tipps für die Schweden-Reise
Anreise
Mit der Fähre: Von Kiel oder Rostock nach Trelleborg (Scandlines, ca. 8–10 Stunden) – günstig und bequem, Nachtfähren oft ratsam. Von Kiel oder Koblenz nach Göteborg (Stena Line, ca. 14 Stunden).
Mit dem Auto durch Dänemark: Über die Öresundbrücke (Maut ca. 60–70 €) von Kopenhagen nach Malmö – wer schon in Dänemark ist, spart die Fähre.
Kosten
Schweden ist im Vergleich zu Deutschland etwas teurer (Lebensmittel, Restaurants). Im Supermarkt (ICA, Coop, Lidl) kaufen und selbst kochen spart viel. Campingplätze sind günstig – ca. 20–35 € für zwei Personen ohne Strom.
Camping-Ausweis
Der Camping Key Scandinavia (ehemals Camping Key Europe) ist in Schweden fast Pflicht – viele Plätze verlangen ihn. Kosten: ca. 15–20 €, erhältlich online oder am ersten Platz.
Handynetz
Schwedische SIM-Karte oder EU-Roaming – beides klappt. In Lappland und auf Inseln kann der Empfang spärlich werden. Offline-Karten herunterladen (Maps.me oder komoot).

Häufige Fragen
Darf ich in Schweden mit dem Wohnmobil wild campieren? Nein – das Jedermannsrecht gilt nur für Personen zu Fuß, mit Fahrrad oder Kajak. Mit dem Wohnmobil oder Camper musst du auf offiziellen Stellplätzen oder Campingplätzen bleiben.
Wann ist die beste Reisezeit für Schweden? Mitte Juni bis Mitte August: lange Tage, angenehme Temperaturen, alle Plätze geöffnet. Ende August/September: ruhiger, günstigere Preise, Herbstfarben – aber kürzer Tage und kühlere Nächte.
Brauche ich einen Camping-Ausweis für Schweden? Ja – der Camping Key Scandinavia wird auf fast allen schwedischen Campingplätzen verlangt. Vorab online bestellen oder am ersten Platz kaufen.

Fazit: Für wen lohnt sich Schweden?
Schweden ist ideal für Paare und Familien, die Natur ernst nehmen und nicht nur Campingplatz-Infrastruktur suchen. Das Jedermannsrecht macht das Land für erfahrene Camper zum besten Wildcamping-Ziel Europas. Für Einsteiger ist der Süden (Skåne, Dalarna) der richtige Start – ohne Fähre zu langen, mit guter Infrastruktur und sanftem Eingewöhnen.
Das passende Zelt für Skandinavien-Touren: windfest, min. 3.000 mm Wassersäule, gute Lüftung gegen Kondenswasser. Empfehlungen findest du in unserem Familienzelt-Kaufberater*.
